11. April 2018
aus dem geheimen Kodex der Kobolde
1. April 2018
Erinnerung
Ein Leben lang kann ich nicht warten,
das sah ich endlich schmerzlich ein;
ich packe meine Siebensachen
und lebe erst einmal allein.
Ich packe ein,
die Hoffnung und die Sehnsucht,
falte sie sorgsam, ordentlich.
Ich weiß, ich werde sie noch brauchen,
zurzeit sind sie fast hinderlich.
Ein Stückchen Hoffnung
steck ich in die Tasche,
damit es schon mal greifbar ist.
An dem Beginn des neuen Lebens
genügt es für die erste Frist.
Das Bündel der verlorenen Jahre
füllt fast den ganzen Koffer aus.
„Ballast“, ich sollt ihn liegen lassen
und doch trag ich ihn mit hinaus.
Die Tränen fließen so dazwischen,
in Ecken ist noch Platz genug,
ich nehm sie mit, sie sind die Mahner
vor jedem neuen Selbstbetrug.
Die Träume, sie sind sehr zerknittert,
brauchen viel Pflege, doch nicht jetzt.
Erst später werde ich sie sichten,
heut bin ich noch zu sehr verletzt.
Den Glauben meiner fernen Kindheit
verlor ich, doch das macht mich frei,
für neues Wissen und Erkennen,
ich fühl mich froh und leicht dabei.
Er ist randvoll mein kleiner Koffer,
die Liebe passt nicht mehr hinein.
Ich zieh sie an, sie wird mich wärmen,
mein Schutz vor Menschenkälte sein.
Ein letzter Blick noch in die Runde,
und weiß der Abschied ist für immer,
wenn ich jetzt endgültig gehe,
bleibt nur zurück ein leeres Zimmer.
Dezember 1992
8. September 2017
für meine Tochter
oder durch die Schatten fliehst.
Ob der Stab gebrochen wird
oder dein Schicksal: Nova ist;
nichts kann dich hemmen oder binden.
Selbst hinter Mauern bist du frei.
es ist kein Risiko dabei.
Greif einfach mutig in die Flamme,
verwebe Dunkelheit und Licht
und achte nicht auf Neid und Warnung:
Im eignen Stern verbrennst du nicht.
Stephanie Ursula Gogolin
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18. Mai 2017
Geschichten aus dem Treppenhaus V
Geschichten aus dem Treppenhaus VI
23. Mai 2015
...die Süße der Patriarchose
… um es mal possierlich zu formulieren, das heutige Patriarchat kommt mir (jenseits der sozialen Brennpunkte und den Subkulturen von Kriminalität, Prostitution und religiösen Fanatismus) vor, wie ein in allen Farben schillernder Süßigkeitenladen.
Uns ist inzwischen natürlich allen klar, dass trotz seines lockenden Duftes und seiner bestechenden Buntheit, die süchtig machende Süße und die benebelnde Wirkung des geballten Zucker schädlich für Zähne und den gesamten Organismus ist. Aber wir greifen trotzdem zu und wähnen uns im Paradies.
Selbstverständlich wird an all der Zuckrigkeit auch immer wieder Kritik geübt. Schon wird in den Medien hier und da zugegeben, dass der Schaden in Zukunft noch größer sein könnte, als wir heute bereit sind zu erkennen und manche fordern sogar den Laden ganz zu schließen. Aber das wollen und können sich die meisten nicht vorstellen - wie soll man leben ohne diese Fülle an Süßem oder Säuerlichen und gab es nicht schon immer Zucker? Können wir nicht froh sein, dass die Menschheit endlich ungehemmt Süßes schlemmen kann?
Doch die Stimmen der Zuckerkritiker mehren sich. Es ist ein Auf und Ab. Und es sehen nur wenige als sinnvoll an den Shop wirklich dicht machen! Denn was ist die Alternative? Etwas Obst und Gemüse?
Vielleicht reicht es ja schon hier und da etwas zu verändern. Man könnte sich dazu durchringen ein paar Produkte abzubauen, zum Beispiel diese harten Drops oder die riesigen Lollis... sind die nicht besonders schlimm?
Aber bis auf ein paar Zuckerkranke, die doch eher die Ausnahme sind, genießt unsere Gesellschaft ihr süßes Dasein und das Gros denkt: was wir für ein Glück doch haben, dass unser Leben ein einziges Zuckerschlecken ist...