28. Januar 2012

Evolution


Ich bin eine Überlebende!
Das Ergebnis der gelebten Leben
vieler Mütter, vieler Töchter!
Sie arbeiteten hart und sie träumten und lachten.
Sie sahen Jahreszeiten kommen und gehen.
Sie überlebten Katastrophen.
Sie liefen durch Regen und Schnee,
überstanden Krankheit und Leiden.
Sie sahen sonnige Tage und finstere Nächte.
Sie haben gesät und geerntet
und sprangen über das Feuer.
Sie haben nach dem Liebsten geseufzt
und sich mit ihm im Stroh gewälzt.
Sie trugen ihr Kind aus und brachten es zur Welt.
Sie behüteten das Leben
und begleiteten das Sterben.
 Sie erduldeten Verletzungen
oder wehrten sich entschlossen.

Sie bucken das Brot und webten die Kleidung.
Sie wachten am Bett ihres Kindes
und fütterten die alte Mutter.
Sie tanzten und scherzten,
sie weinten und trauerten.
Sie bewahrten Erinnerungen und teilen ihr Wissen.
Sie starben jung 

oder wurden uralt!
Ich bin die Tochter einer Tochter,
welche Mutter wurde!

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31. Dezember 2011

…ein letztes Wort

Lies mir vor!
Lies mit leiser sanfter Stimme,
so wie ich es lesen würde.
Der Worte Fluss soll
mich begleiten
und sanft hinüber leiten!
Ich nehme sie mit
- die vielen Gedanken -
einst habe ich selbst
sie zu Papier gebracht
an kurzem Tag
in langer Nacht.
Sie hüllen mich ein
und streicheln
- umspülen mich -
und schmeicheln.
Etwas Besseres gibt es nicht
für dich
für mich
Lies sie leise
meine Verse - meine Sprüche
In einer Welt der Frauen
hätt 
ich sie längst dir beigebracht
so dass du sie jetzt singen könntest
in dieser letzten Nacht!
Aber so -
lies vor!

 
September 2008

5. Dezember 2011

Wer weiß schon, wie es wirklich war...


„Nikolausi!“
„Jaaa... Mutter!“
„Jetzt geh doch schon...!“
„...mach ich ja gleich, ich möchte nur noch ein bisschen hier sitzen...“
„Du immer mit deinem Beten, fromm,fromm, fromm und die armen Leute wissen nicht wo sie das Brot her nehmen sollen ... die beiden Mädchen werden heute als Mägde verkauft und was das bedeutet wissen wir doch beide.“
„Ach Mutter, was soll schon sein, sie werden Mägde, da geht es ihnen bestimmt besser als vorher ... Aua, warum schlägst du mich?“
„Weil du wieder dummes Zeug redest, vielleicht sollte ich dich zum Markt schleppen und als Pferdeknecht verkaufen.“
„Mutter, ich bin der Bischof! Und dir geht es doch gut seit ich im Amt bin...“
„Ja, ja, hier sind die Beutelchen mit dem Geld, ich habe es seit Johanni gesammelt und zurück gelegt...“
„Du warst doch nicht etwa an meiner Kollekte?“
„Ach was und jetzt geh endlich, ich muss mich um die Schweine kümmern...“
„Warum gehst du denn nicht selbst?“
„Gib du mal das Geld im Namen der Gemeinde ab, das macht einem guten Eindruck und ist gut für die Gemeinschaft, außerdem du bist doch so gern mildtätig!“
„Ja, dann gib schon her, aber ich gebe es nicht an der Tür ab, ich werde es durchs Fenster werfen...“
„Niklausi!“
„Sag nicht immer Nikolausi. Ich bin Bischof von Myra und heiße Nikolaus!“

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Hexenküche

...und damit es nicht gar zu besinnlich wird in diesem Advent: 


Kleiner Spruch für wilde Weiber
Im Kreis der Frauen
am Feuer sitzen
die Arbeiten tun,
die uns allen nützen!
Es fließt die Kunde
von Mund zu Munde,
das Lachen, die Lieder,
die Weisen, die Sprüche.
WeiberKraft kocht
in brodelndem Kessel
in unserer Küche!

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21. November 2011

Sprachgefühl hat kind oder nicht


Klein Isolde hat zwei Großmütter  - ist ja klar - 
eine Oma Erika und eine Oma Stephanie.

Und was macht die kluge und scheinbar auch effizient denkende Vierjährige?

Sie sagt: "Kommst du mal, Oma Stephika..."

und das ist nicht nur schlau, sondern auch eine besondere Form der Poesie...
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15. Mai 2011

Zeiten




Das ganz normale Heute ist das wunderbare Gestern von Morgen!
 

13. April 2011

Gestrandet …


Ein Segel gesetzt 
in die neue Welt
Doch alle waren
schon vor mir da
Da sitz ich nun auf meinem Koffer
nicht abgeholt 
und nicht bestellt
Alles ist fremd und unbekannt
Wellen umspielen meine Füße
Werfen immer wieder Muscheln
ohne Perlen in den Sand….

 .